Frauen-Fußball in der Schule

18 Oktober 2015, 12:00 am
Published in Pressemeldungen
Last modified on Sonntag, 18 Oktober 2015 15:38

Wipperfürth und Lindlar - 29.03.2015

TSV Hämmern

Frauen-Fußball in der Schule

Die Mädchen der Fußball-AG an der Konrad-Adenauer-Hauptschule haben Spaß beim Training.

Foto: Schmitz
Von Florian Sauer

In der Konrad-Adenauer-Hauptschule in Wipperfürth steht jetzt Frauen-Fußball auf dem Stundenplan. Durch eine Kooperation zwischen dem TSV Hämmern und dem Schulsozialarbeiter wird der Ballsport als AG in den Unterricht integriert.

Eine Partie Fußball zwischen den Schulstunden gehört auf jeden Pausenhof. Normalerweise beendet der Gong die Jagd nach den Toren unerbittlich. Die Konrad-Adenauer-Hauptschule geht jetzt einen anderen Weg – hier wird der Frauen-Fußball als AG in den Unterricht integriert.

14 Mädchen aus den Jahrgangsstufen 5 und 6 treffen sich ab sofort einmal wöchentlich, um Freistöße, Ecken und Kopfbälle zu trainieren. Die Mädchen haben sich bewusst für den Sport und gegen den Klassenraum entschieden – das Training wird damit zur Pflichtveranstaltung. Die Idee hatte Konstantin Mehlmann, Jugendleiter beim TSV Hämmern, dem Kooperationspartner.

Aktuell büffelt Mehlmann für den DFB-Jugendleiterschein. Zum Abschluss seiner Ausbildung hatte er ein möglichst fantasievolles Projekt zu entwerfen. Mehlmann sprach die Mädchen der Hauptschule an – und rannte sofort offene Türen ein.

Zur Trainingseinheit erscheinen Ilayda, Evelyn und Co. jedenfalls schon bestens vorbereitet. Die Fußballschuhe haben sie von ihren Brüdern geliehen, wichtige Positionen innerhalb der Mannschaft sind bereits verteilt. Mit Elvan gibt es sogar schon eine Spielführerin. Die Jungs in der Klasse seien ziemlich neidisch, erzählen die Jugendlichen im Alter zwischen elf und 13 Jahren, während Mehlmanns Aufwärmprogramm.

Dass das Projekt aber auch einen pädagogischen Ansatz habe, betont Sozialarbeiter Thomas Vaupel von der Hauptschule. Zwar entfielen zwei Stunden Unterricht pro Woche – dafür würden das Zusammengehörigkeitsgefühl und der Spaß an der Bewegung bei den Spielerinnen enorm gestärkt. Noch wichtiger: Im Unterricht würden sich häufig „Anspannungen“ aufstauen, die mit der sportlichen AG abgebaut abgebaut würden – was wiederum zu einem besseren Lernklima führe und die beiden Fehlstunden ausgleiche.

Stefan Eckel, der Vorsitzende des TSV, möchte den Schülerinnen auf diese Weise das Vereinsleben näherbringen und den Frauenfußball in der Hansestadt fördern. Zunächst bis zu den Sommerferien läuft die Aktion als Pilotprojekt für beide Seiten.

Fest steht dagegen schon der Termin für das erste Turnier der neuen Elf – und was für einer: Am 1. Mai werden die Wipperfürtherinnen vor dem DFB-Pokalfinale der Frauen im Kölner RheinEnergie-Stadion auflaufen.

Copyright © Kölnische Rundschau