Chancen für Jugendliche vor Ort

18 Oktober 2015, 12:00 am
Published in Pressemeldungen
Last modified on Sonntag, 18 Oktober 2015 15:30

Oberberg - 20.01.2015

„Kein Abschluss ohne Anschluss“

Chancen für Jugendliche vor Ort

Viele Ausbildungsberufe erfordern handwerkliches Geschick. Testen können sich Jugendliche bei der Berufsfelderkundung. (Foto: dpa)

 

Von Thomas Franke

Mit „Kfz-Mechatroniker“ kann jeder Schüler etwas anfangen. Aber was macht ein „Verfahrensmechaniker für Kunststoff“? In Oberberg sollen Schüler mit dem Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“künftig Einblicke in die Berufswelt erhalten.

Mit „Kfz-Mechatroniker“ kann jeder junge Mann etwas anfangen. Aber was macht ein „Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik“? Das weiß kaum ein Achtklässler. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein „interessantes und aussichtsreiches Berufsfeld, gerade auch im Oberbergischen“, betont Uwe Cujai, Leiter der Wirtschaftsförderung des Kreises. Damit Achtklässler bessere Einblicke in die Berufswelt erhalten, beginnt der Oberbergische Kreis mit „Berufsfelderkundungen“ im Rahmen des Landesprojektes „Kein Abschluss ohne Anschluss“.

Gestern stellten Kreisdirektor Jochen Hagt, Schulamtsdirektorin Ulla Barth, der Geschäftsführer Oberberg der IHK Köln, Michael Sallmann, Claudia Fuchs, Leiterin der Koordinierungsstelle „Übergang Schule – Beruf/Studium“ im Kreis sowie Cujai das Projekt in der Konrad-Adenauer-Hauptschule vor.

Verpflichtend ab 2018 sollen künftig alle Achtklässler kreisweit – laut Hagt sind es rund 3500 an sämtlichen Schulen – teilnehmen. Ziel ist eine „neue Qualität“ für die künftige Berufswahl oder das Studium, betont Claudia Fuchs.

Im ersten Schritt durchläuft jeder Achtklässler eine Potenzialanalyse. Wo liegen die Stärken, mögliche Eignungen? Im Anschluss werden drei Tage „Berufsfelderkundung“ angeboten, verteilt über das Jahr. Dreh- und Angelpunkt hier ist eine neue Datenbank. Schüler finden für die – farblich gekennzeichneten – unterschiedlichen Berufsfelder jeweils Angebote vor. Diese können nach Rücksprache mit ihren Lehrern „gebucht“ werden. Und alle Betriebe Oberbergs, ob Industrie, Handel oder einer der 3200 Handwerksbetriebe im Kreis – können Angebote einstellen. Gebraucht werden bald 10 000 Plätze im Jahr.

„Jedes Angebot wird von uns geprüft, bevor es freigeschaltet wird“, betont IHK-Geschäftsführer Sallmann. Das Projekt ist zudem eine Ergänzung, betonen Hagt und Schulamtsdirektorin UlIa Barth. Bisherige Praktika-Angebote etwa über Kurs-Partnerschaften bleiben erhalten. Die Berufsfelderkundung sorgt nun für Struktur und ein Netzwerk.

Hagt: „So erreichen wir Chancen für Jugendliche auch vor Ort.“ Kaum ein Schüler wisse, dass im industriell starken Oberberg 200 verschiedene Ausbildungen angeboten werden. Der Vorteil für die Betriebe: Sie können zielgenauer ihren Nachwuchs rekrutieren, nicht unwichtig angesichts des demografischen Wandels.

Am 28. Januar startet die Berufsfelderkundung in Oberberg mit 444 Plätzen. Für die Termine 2015 am 23. April und 23. Juni können noch Plätze eingestellt werden.

www.berufsfelderkundung-obk.de

Copyright © Kölnische Rundschau