Inklusionskonzept

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Inklusion an der Konrad-Adenauer-Hauptschule

Im Schulprogramm der Konrad-Adenauer-Hauptschule ist das Prinzip des gemeinsamen Lernens und Lebens fest verankert.

Jeder Schüler soll gemäß seiner individuellen Voraussetzungen optimal gefördert werden. Durch die Erweiterung um inklusive Klassen seit 2012 findet eine Förderung auch mit dem Ziel der Vergabe unterschiedlicher Schulabschlüsse an unserer Schule statt. Jeder Schüler erhält die Möglichkeit zum Besuch der Schule von Anfang an, unabhängig von individuellen Fähigkeiten. Das bedeutet unterschiedliche Förderschwerpunkte in Lerngruppe und unterschiedliche Abschlüsse. Schüler mit folgenden Förderschwerpunkten können bei uns gefördert werden:

  • Lernen
  • Sprache
  • Emotionale und soziale Entwicklung
  • Körperliche und motorische Entwicklung (z.T., da nicht durchgehend barrierefrei)

Das Kollegium der KAH versteht sich als Team einer Schule für alle Kinder. Das Arbeiten im Team, mit Blick auf inklusive Schule besonders die Kooperation zwischen Regel- und Förderschullehrer, bildet das Fundament für ein erfolgreiches gemeinsames Arbeiten. Das Ziel ist dabei stets möglichst allen Schülern adäquate Lernerfolge zu ermöglichen.

Rahmenbedingungen

Die Inklusionsklassen der Schule bestehen in der Regel aus maximal 20 Schülern, von denen rund 20% zieldifferent gefördert werden.
Die sonderpädagogischen Lehrkräfte sind jeweils fest in die Klassenleitung integriert und stehen somit als weiterer Ansprechpartner neben dem Regelschullehrer Schülern und Eltern zur Verfügung.

Der Unterricht wird in vielen Wochenstunden gemeinsam durch Regel- und Förderschullehrer gestaltet.

Unterricht

Der Unterricht in den einzelnen Fächern wird so aufgebaut, dass die Lerninhalte in der Regel gleich sind, die fachlichen Anforderungen und Kompetenzen sich jedoch an den Erwartungen der jeweiligen Bildungsgänge orientieren. Das interdisziplinäre Team der Inklusionsklassen plant gemeinsam den Unterricht, führt ihn gemäß den Absprachen durch und wertet ihn gemeinsam aus. Ein hohes Maß an Kommunikation aller an der Erziehungs- und Bildungsarbeit beteiligten Kollegen ist Voraussetzung und Praxis dafür.

  • Teams

Die Kooperation zwischen Regelschullehrer und Förderschullehrer erfolgt in unterschiedlichen Bereichen.

Das Klassenlehrerteam setzt sich aus dem Regelschullehrer und dem der Jahrgangsstufe zugeteilten Förderschullehrer zusammen. In Eigenregie legen sie die Verantwortungsbereiche für ihre unterrichtlichen Entscheidungen fest und bringen dabei ihre fachspezifischen Qualifikationen mit ein.

Im Jahrgangsteam kooperieren die Fachlehrer mit dem Klassenlehrerteam. In den Beratungskonferenzen werden die Schüler mit besonderem Förderbedarf vorgestellt, der Förderumfang besprochen und festgelegt. Daneben werden mit den Fachlehrern die Kooperationsmöglichkeiten für den Unterricht abgesprochen.

Daneben besprechen sich die Förderlehrkräfte im eigenen Team und die Schulleitung schafft Raum für Kooperation und steht als Ansprechpartner zur Verfügung. Inklusive Schule ist immer aber Thema der gesamten Schule und somit des gesamten Kollegiums. Inklusiver Unterricht setzt eine systematische Anwendung von Methoden und Differenzierungsmöglichkeiten voraus. Die Weiterbildung in diesen Bereichen ist auf das gesamte Kollegium ausgerichtet und erfolgt in Konferenzen, Zukunftswerkstätten und Studientagen. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist die Vernetzung unserer Schule in das Netzwerk Zukunftsschule, welches sich im oberbergischen Raum mit der Umsetzung von Inklusionsmodellen beschäftigt.

  • Epochenmodell

Eine enge Bindung der Schüler an Klassen- und Fachlehrer wird durch den Unterricht im Epochenmodell erreicht. Dabei gliedert sich das Epochenmodell in drei Bereiche:

In den Jahrgangsstufen 5-7 werden die Fächer Deutsch, Geschichte und Erdkunde – genannt Kern - jeweils in Epochen von 2 bis 3 Wochen unterrichtet. Die Schüler lernen dann in 8 Wochenstunden ausschließlich in dem entsprechenden Fach, wobei besonders auf einen Deutsch-Anteil in jedem Fach Wert gelegt wird. Der Kernunterricht liegt vollständig in der Hand der Klassenleitung.

In den Jahrgangsstufen 8-10 werden die Fächer Geschichte, Erdkunde und Arbeitslehre / Wirtschaft – wiederum Kern genannt - jeweils in Epochen von 2 bis 3 Wochen unterrichtet. Die Schüler lernen dann in 5-6 Wochenstunden ausschließlich in dem entsprechenden Fach. Auch dieser Kernunterricht liegt in der Hand der Klassenleitung.

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden zusätzlich die Naturwissenschaften in Epochen unterrichtet. Ein Rahmenthema wird jeweils unter dem Aspekt der Fächer Chemie, Biologie und
Physik in Epochen von 2 bis 3 Wochen unterrichtet. Die Schüler haben dann 4 Wochenstunden NaWi bei einem Fachkollegen
.

Die Vorteile des Epochenmodells sehen wir in dem hohen Stundenanteil bei dem Klassenlehrer und damit verbunden der Fördermöglichkeiten durch den Förderschulkollegen, der Einsatzmöglichkeit einer hohen Methodenvielfalt und Differenzierungsmöglichkeiten.

  • Lernformen

Differenzierte Unterrichtsformen und Unterrichtsziele erfordern den Einsatz unterschiedlicher Lernformen. Institutionell ist eine äußere Differenzierung in den Fächern Englisch und Mathematik ab der Klasse 7 und nach Bildungsabschlüssen in der Klasse 10 vorgesehen. Innere Differenzierungsmöglichkeiten werden anhand der Förderschwerpunkte einzelner Schüler erarbeitet und in Förderplänen dokumentiert. Die sonderpädagogische Förderung findet überwiegend in der Klassengemeinschaft statt. Offene Unterrichtsformen wie Stationenarbeit, Wochenplanarbeit, Werkstätten unterstützen die Fördermaßnahmen und kommen allen Schülern zugute. Offene Lernformen wie Lernzeiten und Expertenstunden ermöglichen darüber hinaus eine nach Zeit, Umfang, Niveau und Interesse differenzierte Auseinandersetzung mit einem Lerninhalt. In den Unterricht einbezogen werden Kooperative Lernformen, die den Schülern Entwicklungsmöglichkeiten in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Konzentration, Sprache und Emotionalität bieten.

  • Elternarbeit

Erfolgreicher Unterricht ist nur in Kooperation mit den Eltern möglich. Inhalte der Elternarbeit sind Unterstützung und Beratung, Austausch über die Förderplanung und die Lernfortschritte, Transparenz der Unterrichtsinhalte und –formen. Dafür wird von den Schülern ein Lerntagebuch geführt. Es können auch besondere Vereinbarungen getroffen werden (Verhaltenspläne).

Berufsvorbereitung

Alle Schüler nehmen an der Berufsorientierung der Schule ab Klasse 5 teil. In den Beratungskonferenzen können Unterstützungen als Nachteilsausgleiche beantragt werden, die zeitliche Einschränkungen oder zusätzliche Bedingungen für die Teilnahme an Praktika festlegen.

Ab der Klasse 8 wird für Schüler mit Förderbedarf Lernen der Integrationsfachdienst der Arbeitsagentur in die Berufsorientierung einbezogen. In einer Berufswegekonferenz erfolgen Absprachen zwischen Schüler, Eltern, Klassenlehrer, Förderlehrer und Integrationsfachdienst für die weitere Planung. Der Integrationsfachdienst unterstützt den Schüler bei der Berufsberatung, der Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen und bei der Vermittlung einer Ausbildungsstelle.

Schulleben

Ziel der Inklusion an unserer Schule ist, dass alle Schüler die Möglichkeit erhalten, sich vollständig und gleichberechtigt an allen schulischen Aktivitäten zu beteiligen und zwar unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ihrer ethnischen oder sozialen Herkunft. Dazu gehören neben Unterricht die Pausengestaltung, Tanz- und Theaterprojekte, Ausflüge und Klassenfahrten, Mitarbeit in den Schülerfirmen und die Teilnahme an dem Austauschprogramm mit der russischen Partnerschule.

Ausblick

Ziel unserer Arbeit ist es, dass das gemeinsame Leben und Lernen von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Normalform wird.
Ein solches System profitiert von gegenseitiger Achtung und gegenseitiger Hilfestellung. Aber es ist kein Sparmodell!
Die Bereitschaft zur Umsetzung der UN-Konvention ist bei allen Beteiligten gegeben, aber die Ziele können nur erreicht werden,
wenn die Schule personell und finanziell für diese Arbeit ausreichend ausgestattet ist.