Kölner Theaterproduktion "Comic on!" begeistert mit r@usgemobbt 2.0

Die Schüler und Schülerinnen der 5. und 7. Klasse sitzen erwartungsvoll in der Aula der KAH und schauen auf die Bühne. Ein Sarg in der Mitte der Bühne; eine schwarze Gestalt. Musik. Plötzlich Bewegung,

der Sarg verschwindet. Schwarze, sich beschießende vermummte Gestalten rennen über die Bühne. Schnell ist klar: Die Schüler befinden sich in einem Computerspiel. Ds Spiel wird von Jess gespielt. Es geht um ihn, den neuen Schüler, die Computerspiele liebende Chris und Vanessa, die an der Schule nicht nur das Sagen hat, sondern auch Chris permanent schikaniert. Beide Schülerinnen finden Jess toll. Als Chris auf ihrem Handy eine persönliche Nachricht für Jess erstellt, wird sie dabei von Vanessa gefilmt. Diese postet die Aufnahme anschließend in allen sozialen Netzwerken in denen sie aktiv ist. Chris, ohnehin schon Außenseiterin, wird somit zum Gespött der ganzen Schule. Chris gerät immer mehr unter Druck. Am Ende des Theaterstücks rennt sie mit dem Satz "Ich kann nicht mehr!" von der Bühne. Das Ende bleibt offen.

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Das von 3 Schauspielern der Kölner Theaterproduktion "Comic on!" aufgeführte Theaterstück "r@usgemobbt 2.0" trifft den Puls der Zeit. Das fanden auch die Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen.

Im anschließenden Gespräch der Schüler mit den Schauspielern gab es die Möglichkeit, Mutmaßungen über das Ende anzustellen. Hoch sensibel leiteten die Schauspieler durch das brisante Thema "Cyber Mobbing", Gefahren von Medien und ihrer Nutzung. Das offene Ende fanden sie gut, da sie dadurch zum Nachdenken aufgefordert wurden. Die Frage, "ob sich Chris umgebracht haben könnte", war gar nicht so fehl am Platz. Dass Selbstmord aufgrund von Cyber-Mobbing realistisch ist, bestätigten auf Nachfrage der Schauspieler viele Schüler mit Handzeichen. Auch die Gründe für Mobbing wie Herkunft, Aussehen oder schlichtweg "Ander-sein", konnten die Schüler gut nachvollziehen.

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 Die Schüler und Schülerinnen fanden das Stück "super", "cool", weil es so nah an ihrer eigenen Wirklichkeit war und die Schauspieler authentisch darstellten, wie es wirklich sein könnte. Für sie war es ein "Eintauchen" in ihre eigene Welt. Durch die Entwicklung der Medien und sozialen Netzwerke erfäfhrt Mobbing eine ganz neue Komponente: das Cyber-Mobbing. Im Nezt wird alles geteilt: Videos, Bilder und Texte. Innerhalb von Sekunden werden Informationen an hunderte Personen weitergeleitet und können somit für sie katastrophale Folgen haben.

Viele Jugendliche sind sich über die Gefahren der allgegenwärtigen Vernetzung gar nicht im Klaren. Allein der Gebrauch von WhatsApp ist mittlerweile für Kinder schon selbstverständlich. Daher sollen neben diesem Theaterstück auch ausgebildetet Medienscouts aus den 8. und 9. Klassen der KAH die Schüler und Schülerinnen in Gesprächen für diese Thematik sensibilisieren.

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